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Die Erde bei ihrer Entstehung im Hadaikum

Das Hadaikum ist ein Abschnitt des Erdzeitalters Präkambrium. Es beginnt mit der Entstehung der Protoerde vor etwa 4,6 Milliarden Jahren und endet geochronologisch (erdgeschichtlich) definiert vor 4 Milliarden Jahren. Um diese Zeit entstanden auch die ersten kontinentalen Krustenblöcke. Auf das Hadaikum folgte das Archaikum. Klassisch wird als Ende des Hadaikums auch gerne 3,8 Mrd. Jahre BP (Before Present - vor der heutigen Zeit) angegeben, da hier das große Meteoritenbombardement endete.


Name[]

Die Bezeichnung Hadaikum, engl. Hadean, leitet sich von Hades ab (altgriechisch ᾍδης oder Ἅιδης, dorisch Ἀΐδας), dem griechischen Gott der Unterwelt.


Verlauf[]

Zu Beginn des Hadaikums wurde die Erde geformt. Nachdem die Sonne sich ausgedehnt hatte, entstand aus einer aus Staub und Gas bestehenden Scheibe, die sie umgab, die Protoerde. Dabei bildeten die schwereren Elemente Eisen und Nickel den Erdkern, die leichteren wie Silizium und gebundener Sauerstoff den Erdmantel und eine wahrscheinlich basaltische Erdkruste.

Nach der Kollisionstheorie der Mondentstehung beförderte der Einschlag eines etwa marsgroßen Protoplaneten, Theia genannt, viel Mantelmaterial in den Orbit, wo es den Mond bildete, damals noch in einer Entfernung von nur etwa einem Fünftel der heutigen. Er übte daher etwa 53=125-fach stärkere Gezeitenkräfte aus; der zerklüftete und teilweise wieder verflüssigte Erdmantel kam nicht zur Ruhe, zumal die Kollision die Erdrotation stark beschleunigt hatte. Durch Gezeitenreibung wurde der Drehimpuls dieser Rotation zu einem Bahndrehimpuls, hauptsächlich des Mondes, so dass dieser sich langsam entfernte. In der ruhigeren Zeit nach diesen großen Einschlägen heizte sich der Erdmantel langsam auf.

Im Hadaikum könnte sich, vielleicht auch nur vorübergehend, die irdische Hydrosphäre (Wasser) gebildet haben. Die Herkunft des irdischen Wassers ist noch nicht vollständig geklärt; Hauptquellen waren einerseits Ausgasungen von Magma aus dem Erdinneren und andererseits Einschläge wasserreicher Himmelskörper, wobei Untersuchungen eher auf Objekte aus dem Asteroidengürtel als auf Kometen und transneptunische Objekte hinweisen. In Abhängigkeit von der damaligen Atmosphäre kann es auch bei hohen Temperaturen flüssiges Wasser gegeben haben, z. B. bei einer Atmosphäre mit hohem Druck und einem großen Kohlendioxidanteil, ähnlich der heutigen Atmosphäre der Venus. Die Leuchtkraft der jungen Sonne war den Modellrechnungen zufolge deutlich schwächer als heute (etwa 70–75 %). Demzufolge hätten die Temperaturen auch deutlich unter dem Nullpunkt liegen können, was im Archaikum jedenfalls nicht der Fall war. Man spricht in diesem Zusammenhang vom Paradoxon der schwachen jungen Sonne.

Gegen Ende des Hadaikums begann womöglich das Große Bombardement, eine Phase, in der es zu zahlreichen Einschlägen großer Meteoriten auf der Erde und dem Mond kam, deren Spuren heute nur noch auf der Mondoberfläche erkennbar sind. Möglicherweise wurden durch die Energie der Einschläge auch damals vorhandene Ozeane komplett verdampft.

Quellen[]

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